Deutsch-Indische Kulturgesellschaft e.V. Tübingen
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Sitar


Die ist ein indisches Zupfinstrument und gehört zu Gruppe der Langhalslauten. Sie ist das bekannteste Instrument der nordindischen Musik und verfügt über einen sehr charakteristischen obertonreichen Klang.
Die Sitar wurde gemäß der indischen Musikgeschichte von Amir Khusro im 13. Jahrhundert aus der Vina und dem Setar (persisch Dreisaiter) entwickelt. Hieraus bildete sich im 17. Jahrhundert die siebensaitige Sitar in ihrer gegenwärtigen Form. Sie gehört zu der Familie der Langhalslauten, zu der weiterhin noch die Surbahar, manchmal auch Baßsitar genannt und die Tampura gerechnet werden..
Der Resonanzkörper der Sitar besteht aus einem halbkugeligen, verholzten Kürbis, während Decke, Hals und gelegentlich ein zweiter Resonanzkörper meist aus Tun-Holz (einer indischen Art des Teak) gearbeitet sind. Auf dem Hals befinden sich meistens neunzehn bewegliche Stahlbünde.
Sieben Saiten aus Stahl, Kupfer, Messing oder Bronze, die oberhalb der Bünde angeordnet sind, laufen in der Mitte des Resonanzkörpers über einen Elfenbeinsteg, der so konzipiert ist, dass er ein äußerst breites Spektrum an Obertönen ergibt.
Die vier Hauptsaiten dienen zur Entwicklung der Melodie. Drei zusätzliche, seitlich angebrachte Bordun-Saiten ermöglichen eine rhythmische Begleitung. Sie hat normalerweise zwischen 19 und 21 Saiten. Vier Spielseiten und drei Bordunsaiten, die auf den Grundton und der Quinte der Tonleiter gestimmt und für rhythmische Akzente verwendet werden (so genannte Chikarisaiten), verlaufen oberhalb der gebogenen Bundstäbe. Bis zu 13  Resonanzsaiten verlaufen unterhalb der Bundstäbe. Diese werden auf die Skalentöne des gespielten Ragas gestimmt, verstärken den Klang der Obertöne und verstärken den "singenden" Klang der Sitar.

Die Saiten werden mit einem auf den rechten Zeigefinger aufgesteckten Drahtplektrum (Mizrab) angespielt.
Bis zum 19. Jahrhundert wurde der Alap (die Einleitung) auf der Vina oder der Surbahar gespielt, da deren Saiten aufgrund ihrer längeren Klangdauer eher für die feinen Nuancen der nordindischen Musik geeignet schienen. Danach folgte eine relativ kurze Komposition auf ei-nem kleineren, beweglicheren Instrument wie der Sitar.
Bauliche Verbesserungen und die elektronische Verstärkung ermöglichen heute der leisen Sitar eine bessere Darstellung melodischer Verzierungen. Die Brillanz ihres Klangs und die Virtuosität im Spiel schneller Passagen entsprechen eher dem heutigen Zeitgeist und haben zur Popularität des Instruments beigetragen.

© Foto Sitar: India Instruments